Tag 6: So strukturierst du große Themen und sammelst Inhalte mit „Padlet“

Herzlich Willkommen zum sechsten Türchen des AdvenTOOLender! Heute möchte ich dir das Tool „Padlet“ zeigen. Mit ihm kannst du strukturierte Übersichten und Themensammlungen mit Links, Texten, Videos und Co. erstellen – und das auch im Team. Wie du Padlet selbst nutzen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Beispiel: Digitale Werkzeugkiste

Heute möchte ich dir kein Beispiel von mir zeigen, sondern das von Lehrer Arthur Thömmes. Er hat für sich und seine Lehrer-Kollegen, mit denen er sein Wissen, seine Inspirationen und Unterrichts-Hilfsmittel auf Twitter teilt, ausführliche und aufwendige Padlets wie dieses erstellt. Hier wird schon ziemlich gut deutlich, was das Tool kann: Themensammlungen erstellen und strukturiert ordnen. Du kannst natürlich auch kleinere mit weniger Umfang kreieren.

Hinweis: Je nach Umfang brauchen die Padlets etwas bis sie komplett geladen sind. Warte dementsprechend am besten kurz ab, bevor du dich durch ihre Inhalte klickst und scrollst.

Mit Padlet erstellt



Ich hoffe, dass dir seine Listen, zusätzlich zum AdvenTOOLender, auch inhaltliche Impulse und Inspirationen geben. Hier findest du seine weiteren Padlets zum Thema „Digitale Werkzeugkiste“:

Geeignete Themen

Das Ganze eignet sich für große Themen, die du Mindmap-mäßig in einzelne Bereiche gliedern und so strukturieren und mit Inhalten anreichern willst. Bei einem Lehrer auf Twitter habe ich beispielsweise gelesen, dass er damit Recherche-Ergebnisse festhält. Könnte sich dementsprechend auch für folgende Szenarien eignen:

  • Journalistische Recherchen/größere Projekte
  • Gruppenarbeiten (z.B. zu Referaten)
  • Gaming-Projekte und Projekte mit vielen unterschiedlichen Bereichen, die strukturiert werden müssen (z.B. Design, Coding, UI,…)
  • Moodboards/Inspirations-Sammlungen

Ungeeignete Themen

Sobald du eigentlich nur eine Nachricht hast, aber keine größeren, komplexeren Themen zu denen es viele Inhalte gibt, macht Padlet keinen Sinn.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Und so kannst du dein eigenes Padlet erstellen:

1.) Gehe auf die Homepage von Padlet. Klicke dort unten links auf den magentafarbenen „Registrieren“-Button, wenn du noch keinen Account hast. Ansonsten darunter auf „Anmelden“. Beim Registrieren kannst du dein bereits bestehendes Apple-, Google- oder Microsoft-Konto nutzen oder einen eigenen Padlet-Account erstellen. Ich habe das Google-Konto ausgewählt.

2.) Als nächstes entscheidest du dich für eine Mitgliedschaft. Die Basic ist kostenlos (beinhaltet insgesamt 3 Padlets) oder die Pro für 8.25 Dollar pro Monat. Ich nutze die Basic. Für drei große Themenpakete, die man strukturieren will, reicht die auf jeden Fall erst einmal aus.

Kleine Anmerkung: Viele Lehrer nutzen Padlet, schauen aber wegen der Begrenzung auch nach Alternativen. Wenn du in diesem Artikel weiter nach unten scrollst, findest du einen Tweet von Kai Wörner, unter den einige weitere Tool-Optionen notiert wurden.

3.) Dann kommst du auf eine Übersicht, die so aussieht:

Die Oberfläche: Hier wird das Padlet nach und nach erstellt. Foto 1: Screenshot

Hier erstellst du jetzt dein Padlet, in dem du – passenderweise 😉 – oben links auf „Ein Padlet erstellen“ klickst. Du könntest aber auch einem Padlet beitreten (Button daneben), das ein Freund oder Kollege von dir erstellt hat. Wir wollen hier an dieser Stelle ein eigenes kreieren.

Aus diesen sieben Vorlagen kannst du auswählen. Foto 2: Screenshot

4.) In diesem Schritt entscheidest du dich für eine der aktuell sieben Vorlagen (siehe Foto 2), die eine Auswirkung auf deine Struktur haben. Ich finde einige davon echt spannend, wie die „Map“. Für die Anleitung nutze ich aber wie Arthur Thömmes, die sehr aufgeräumte und klar strukturierte Variante „Regal“. Du kannst da natürlich ganz frei wählen oder eben auch erst einmal „Regal“ nutzen, um die weiteren Schritte identisch mitzumachen.

5.) Jetzt siehst du eine fast leere Wand (siehe Foto 3), auf der nur eine Überschrift, Unterüberschrift und eine Fläche für den Titel deiner ersten Regal-Spalte platziert wurde. Klicke auf den Titel „Mein strahlend Regal“. Dadurch öffnet sich rechts eine Leiste, in der du unterschiedliche Änderungen vornehmen kannst. Das heißt: Hier kannst du deinem Padlet eine neue Überschrift und Unterüberschrift geben, den Hintergrund und die Schriftart ändern und Anpassungen dieser Art treffen.

So sieht dein Padlet erst einmal aus. Foto 3: Screenshot

6.) Als nächstes geht es um die Inhalte, die du auf dein Padlet packen möchtest. Dafür klickst du auf deine erste Spalte und gibst ihr einen Namen. Bei Arthur Thömmes ist das „Learning-Snacks“. Keine Sorge, du kannst den von dir gewählten Namen jederzeit wieder ändern. Klicke anschließend auf „Speichern“, das direkt unter deinem Spalten-Name steht. Dadurch ploppen zwei neue Button auf. Auf der rechten Seite ist das „Spalte hinzufügen“, unter der bereits bestehenden Spalte ist es ein Plus-Zeichen. Da wir mit der ersten Spalte arbeiten wollen, erstellen wir noch keine zweite. Die Vorgänge mit ihr sind natürlich identisch. Klicke deshalb auf das Plus.

Hier kannst du unterschiedliche Medien auf deinem Padlet platzieren. Foto 4: Screenshot

7.) Jetzt kannst du Inhalte anhand von ganz unterschiedlichen Medien einfügen (siehe Foto 4), und zwar diese:

  • Nur Text, in dem du bei „Schreib etwas…“ Infos notierst. Du kannst dem ganzen einen Titel geben, kannst das Feld aber auch frei lassen.

  • Eine Datei von deinem Computer (erster Button mit dem Pfeil). Laut Padlet-Beschreibung können das alle möglichen Dateien sein. Zum Beispiel: Bilder, Videos, Dokumente, Spreadsheets, Präsentationen, PDFs, Songs.

  • Eine URL (Klammer-Button): Die kann zum Beispiel ein Video von YouTube sein, das du einbinden willst oder ein Blog-Artikel. Da bist du ganz frei, welche Homepage/Links du hier platzieren willst.

  • Medien via Websuche: Das dritte Symbol ermöglicht es dir, innerhalb der Padlet-Umgebung im Internet nach Bilder, Videos, Gifs, Audios und URLs zu suchen und diese direkt einzubinden. Das kann auch sinnvoll sein, wenn du einen Text geschrieben hast und ein Symbolbild brauchst, um dein Thema noch anschaulicher darzustellen. Mit dem Kamera-Button direkt neben der Websuche, kannst du auch mit deiner Webcam ein Foto aufnehmen, falls du das willst.

  • Bildschirmaufnahmen, Stimme, Filme und Co.: Der Button mit den drei Punkten ermöglicht dir noch viele weitere Medien in dein Padlet einzubinden. Das können beispielsweise Bildschirmaufnahmen, deine Stimme und Filme sein. Außerdem kannst du auch malen, einen Ort oder ein anderes Padlet hinzufügen.

Long story short: An dieser Stelle kannst du so gut wie jeden Inhalt einbinden, der für dein Padlet Sinn macht. Sei da einfach ganz kreativ und gestalte das Ganze so, wie du möchtest.

8.) Denn: So geht es jetzt die gesamte Zeit weiter! Du erstellst Inhalte, kannst wieder auf das Plus-Zeichen klicken und eine weitere Karte unter deiner Spalte hinzufügen. Oder du erstellst eine neue Spalte. Das machst du so lange, bis dein Padlet fertig ist. An dieser Stelle wichtig zu sagen: Du kannst dein Padlet jederzeit bearbeiten, in dem du auf die jeweilige Stelle klickst und dann den Stift-Button wählst. Du kannst einzelne Teile auch löschen (Mülltonnen-Button) oder Bereiche via Drag-and-Drop verschieben und so anders positionieren.

9.) Solltest du zufrieden und erst einmal fertig mit deinem Padlet sein, kannst du es teilen. Dafür klickst du oben rechts auf „Teilen“ und bekommst dadurch unterschiedliche Möglichkeiten angezeigt. Solltest du es für alle zugänglich machen wollen, stelle die Privatsphäre mit „Change privacy“ auf öffentlich. Du kannst das Ganze aber auch privat lassen und dann nur mit einzelnen Personen teilen. Um dein Padlet, wie das von Arthur Thömmes in deine Homepage einbinden zu können, muss es öffentlich sein.

Nach der Privatsphäre-Einstellung kannst du jetzt folgende Dinge tun:

  • Mitglieder zum Mitarbeiten hinzufügen
  • den Link zum Padlet kopieren und diesen teilen
  • einen QR-Code generieren
  • den Embed-Code für das Einbinden in deine Homepage nutzen
  • eine E-Mail mit deinem Padlet als Inhalt verschicken
  • dein Padlet direkt in den sozialen Netzwerken verbreiten (Facebook, Twitter)

    [Anmerkung: Dafür brauchst du natürlich nicht diese extra Funktionen zu nutzen, sondern kannst dir auch nur den Padlet-Link kopieren und das Padlet auf deinen Channeln selbst posten]
  • dein Padlet auf Google Classroom teilen
  • das Ganze exportieren und als Bild, PDF, CSV oder Excel-Tabelle speichern und/oder ausdrucken.

Weitere Beispiele und Impulse

Ganz viele Twitter-User haben, genau wie Arthur Thömmes, unterschiedliche Padlets erstellt. Hier ein paar weitere Beispiele. Gerade bei der Lehrer-Community ist das Tool scheinbar echt beliebt.

Von Lehrer Sebastian Eisele (dort könnt ihr mit einem Klick auf das Pluszeichen auch Infos hinzufügen):

Mit Padlet erstellt



Von Lehrer Andreas Preußer:

Mit Padlet erstellt



Von Lehrer Marc Albrecht-Hermanns:

Mit Padlet erstellt

Und falls du dich inspirieren lassen willst, was Lehrer als Padlet-Alternative nutzen, solltest du die Kommentare unter diesem Tweet lesen:

Padlet-Alternative

Falls du nach einer Alternative zu Padlet suchen solltest, kann ich dir das Online-Tool Genial.ly sehr empfehlen. Damit kannst du ebenfalls kostenlos mit Hilfe von ganz vielen Templates Themen-Übersichten, Aufgaben-Listen, Grafiken und Co. erstellen.

Zum Beispiel habe ich auf Twitter häufiger gelesen, dass viele Lehrer*innen Padlet nutzen, um ihren Schüler*innen die Aufgaben weiterzugeben. Das ginge zum Beispiel so ganz einfach mit Genial.ly:

Hier siehst du, wie die Kalender in die Homepage eingebettet aussehen: 5 kreative, kostenlose Schulkalender und Aufgabenübersichten mit Genial.ly



Du hast noch Fragen zu Padlet, Feedback zum AdvenTOOLender oder ein bestimmtes Tool, das ich neben der Adventskalender-Aktion Schritt-für-Schritt erklären soll? Immer her damit! Entweder als Kommentar unter diesen Blog-Eintrag, per E-Mail (johanna.daher@gmx.de), via Kontaktformular oder über die sozialen Kanäle.

Quelle Beitragsbild: Screenshot

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