Apple News+: Chancen und Risiken für den Online-Journalismus

#AppleEvent ist am Montag auf Twitter getrendet, weil der amerikanische Großkonzern in einer mehrstündigen Keynote seine Neuheiten präsentiert hat. Das Ganze konnte im Livestream mitverfolgt werden. Eine besondere Bekanntgabe für die gesamte Journalismus-Branche war dabei: der Launch von Apple News+. Um dieses neue Angebot samt seiner Chancen und Risiken, soll es in diesem Artikel gehen (Falls du wissen möchtest, welche Neuheiten es sonst noch bei Apple gibt: CNN hat das Ganze im Liveticker ziemlich gut zusammengefasst).

Dass Apple News+ kommen würde, ist nicht neu und wurde lange vorab angekündigt. Die Veröffentlichung habe ich persönlich trotzdem mit gemischten Gefühlen verfolgt, weshalb ich danach erste Meinungen von anderen Twitter-Usern via Umfrage hören wollte:

Denn auf der einen Seite, finde ich es super, dass ein Weltkonzern wie Apple einen Fokus auf Nachrichten legt und sie gezielt von aktuell über 300 Medienanbietern in sein Angebot integriert. Damit einher geht auch, dass User sich bewusst entscheiden, Geld für journalistische Inhalte zu bezahlen und sie sich gezielt informieren wollen. Gerade im Online-Journalismus gibt es ja derzeit kein Bezahlmodell, das wirklich super funktioniert und von vielen Usern angenommen wird. Einer der Gründe, ohne jetzt zu sehr ins Detail von Paywalls und der Entwicklung des Internets zu gehen: die Gratismentalität der User. So nach dem Kredo: „Im Internet ist alles kostenlos auf den Seiten, deshalb auch die journalistischen Angebote. Bezahlt habe ich hier noch nie, mache ich auch zukünftig nicht.“

Auf der anderen Seite liegt dann aber die Macht und Verantwortung über die Nachrichten wieder bei einem externen Anbieter, also Apple. Der Konzern entscheidet. Genau mit dieser Situation, allerdings mit Facebook als Plattform, haben journalistische Medienhäuser schlechte Erfahrungen gemacht. Sie agieren zwar auf Facebook und teilen dort ihre Beiträge, haben aber keine Kontrolle über Algorithmen und Verbreitung. So geben sie diese auch bei Apples Angebot aus der Hand. Hinzu kommt, dass Apple News+ diese vielen Medienangebote für 9,99 Dollar im Monat anbietet, also viel günstiger, als wenn Abos über die Medienhäuser abgeschlossen werden. Konkurrenz also? So weit will ich erst einmal gar nicht gehen, weil Apple ja die Inhalte der Medienhäuser nutzt und nicht eigene produziert. Was aber noch unklar ist und ich an dieser Stelle als Frage aufwerfen möchte: Wie viel Geld bekommen die Journalisten denn von den 9,99 Dollar im Monat und wie viel Apple?

Eine mögliche Antwort über die aktuell spekuliert wird, ist diese:

Was sagen andere Personen zu Apple News+?

Bisher waren das meine Gedanken. Ich möchte im Folgenden weitere Meinungen zu Apples neustem Angebot mit euch teilen:

  • Die MEEDIA-Redaktion kommentiert beispielsweise in ihrem Artikel: „Zudem basiert das Angebot in erster Linie auf Magazin-Ausgaben – nicht einzelnen Magazin-Inhalten. Zwar werden Plus-Abonnenten im Stream der News-App auch gehighlightete Artikel kuratiert vorgeschlagen, allerdings liegt der Fokus auf gesamten Ausgaben. In erster Linie bekommt ein Nutzer bzw. Leser nicht Zugriff auf einzelne Artikel aus Magazinen – sondern immer die gesamte Ausgabe. Man wählt ein Heft aus und klickt sich in Folge durch die Artikel. Das macht wiederum den Konsum von tagesaktuellen Zeitungsartikeln schwieriger. Sie würden theoretisch den News-Stream verstopfen. […] Die Redaktionen des New Yorker, der Time und vieler andere Magazine publizieren tagtäglich Artikel im Netz. Immer häufiger auch hinter einer Paywall im Rahmen einer eigenen Subscription-Strategie, die wiederum Zugriff auf die gedruckte Ausgabe in digitaler Form geben kann. Wer also erwägt, bestehende Digitalabos zu kündigen, sollte vorher überprüfen, was er dafür bekommt bzw. ob er auf entsprechende Digital-Inhalte verzichten will. Denn Apple News+ bietet “nur” Zugriff auf den Magazin-Content.“
  • Die Redaktion von heise online schreibt in ihrem Artikel: „Die Zeitschriftenbranche in Deutschland sieht Apples neuen Abo-Dienst für Nachrichten kritisch. „Apple will sich als Mittelsmann zwischen die Verlage und die Leser schieben“, warnte Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Dienstag. „Der Kundenkontakt wird indirekt, die Daten bleiben bei Apple, die Markenangebote werden atomisiert, und 50 Prozent vom Umsatz sind wohl abzugeben“, sagte Scherzer. „Das mutet fast absurd an.“ Bis der Dienst im Herbst nach Europa komme, könne Apple das Angebot entsprechend verbessern.“

Auch auf Twitter gibt es einige Meinungen zu Apple News+, von denen ich euch ein paar zeigen möchte:

Im Chat: Was denkst du über Apple News+?

Das waren einige Meinungen von unterschiedlichen Leuten. Mich würde jetzt super interessieren, was du zu Apple News+, seinen Chancen und Risiken zum Beispiel für den Online-Journalismus, aber auch für dich selbst denkst. Lass uns hier im Chat darüber sprechen:

Latest Message: 3 weeks, 4 days ago
  • Johanna : Hey ihr! 🙂 Meine gespaltene Meinung zu Apple News+ kennt ihr jetzt ja. Aber wie ist eure? Schreibt sie einfach in diesen Chat und lasst uns ins Gespräch kommen. Ich freue mich auf euch!

Wie in meinem zu Beginn gezeigten Umfrage-Tweet erwähnt, ist die Einführung von Apple News+ auf jeden Fall spannend und sollte zukünftig gut beobachtet werden. Dementsprechend wird es im Laufe der Zeit bestimmt weitere Artikel auf diesem Blog zu dem Thema geben.


Du hast noch Fragen oder weitere Anmerkungen zum Thema Apple News+? Gerne – immer her damit! Neben dem hier eingebetteten Chat entweder als Kommentar unter diesen Blog-Eintrag, per E-Mail (johanna.daher@gmx.de), via Kontaktformular oder über die sozialen Kanäle.

Quelle Beitragsbild: Screenshot aus dem offiziellen Apple-Video zu Apple News+, das hier angeschaut werden kann: „Introducing Apple News+“

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