Tag 15: Facebook 3D-Fotos: So erstellst du sie mit Photoshop & ohne spezielles Smartphone

Herzlich Willkommen zum 15. Türchen des AdvenTOOLender! Schön, dass du mit dabei bist. Vielleicht hast du sie schon auf Facebook gesehen: 3D-Fotos, die dadurch einfach so lebendig und besonders aussehen. Dafür gibt es auf Facebook sogar eine eigene Community (Facebook 360 Community). Du kannst solche Fotos mit deinem Smartphone direkt erstellen und auf Facebook posten, wenn du ein iPhone 7+, 8+, X, XS, 11; , Samsung Galaxy Note 8, 9, S9+, S10, Pixel und XL, Pixel 2 und 2 XL, Pixel 3 oder 3XL besitzt.

Was tun, wenn du ein anderes Gerät hast? Auf 3D-Fotos verzichten? Nein. Am besten dieses Tutorial lesen. Denn in diesem Artikel erfährst du, wie du mit Photoshop und ohne spezielles Smartphone Facebook 3D-Fotos erstellen kannst. Liebe Grüße gehen an dieser Stelle raus an Colin Smith, von dessen englischen Tutorials ich das gelernt habe. Viel Spaß mit deinen 3D-Bildern.

Beispiel: Mit Macbook am Strand

Um ein 3D-Foto auf Facebook zu erstellen, muss dein Bild am besten unterschiedliche Bereiche haben, also zum Beispiel einen Vorder-, Mittel- und Hintergrund. Deshalb habe ich dir ein Foto von meiner USA-Reise im März herausgesucht.

Kleiner Fun-Fact: Ich habe auf Instagram mit einer App meine Top 9 Bilder 2019 zusammenstellen lassen. Die Nummer 1 dieses Jahr, also mit den meisten Likes, war eben dieses Strand-Foto.

Bewege deine Maus über das Bild:

Geeignete Themen

Sobald du ein Foto zu einem Thema hast, ist das eine gute Voraussetzung. Sollte das Bild dann noch einen Vorder-, Mittel- und Hintergrund haben, eignet es sich noch mehr.

Ungeeignete Themen

Themen, zu denen du keine Fotos hast, funktionieren selbstverständlich nicht. Außerdem sind Bilder, die sich nicht wirklich in Vor-, Mittel- und Hintergrund aufteilen, eher schwierig. Versuche es gerne, Bilder mit diesen drei Ebenen eignen sich auf jeden Fall besser.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

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Vorab: Was wir hier mit Photoshop erstellen, ist eine „Depth Map“. So eine Art Maske, mit mehreren Layern und Grau-Tönen, die dafür sorgt, dass das Foto dann Tiefe gewinnt und diesen 3D-Effekt erhält. Diese Depth-Map (eigenständiges Bild) wird dann gemeinsam mit dem Original bei Facebook hochgeladen. Facebook versteht die Kombination und fügt die beiden Fotos zu einem 3D-Bild zusammen.

PS: Wenn du dir bei manchen, hier beschriebenen Fotos nicht sicher bist, schaue dir am besten das Video an. Da siehst du jeden einzelnen Schritt ganz genau.

So funktioniert es:

1.) Öffne Photoshop und füge dein Foto hinzu (Datei > Öffnen > Deine Foto auswählen).

2.) Nutze das Schnellauswahl-Werkzeug, um beispielsweise die Person in der Mitte des Fotos auszuwählen (siehe Foto 1).

Wähle die Person in der Mitte mit dem Schnellauswahl-Werkzeug (siehe das dunkler hervorgehobene Werkzeug in der linken Leiste) aus. Foto 1: Screenshot

3.) Klicke dann auf dieses geknickte Blatt-Symbol unten rechts bei den Ebenen um eine neue Ebene zu erstellen. Tippe dann unter den Ebenen unten rechts auf die neue Ebene.

4.) Fülle dann die neue Ebene mit der Farbe Weiß (Eimer auf der linken Seite unter den Werkzeugen). Das Besondere: Die Person aus der Mitte ist die ganze Zeit ja noch ausgewählt. Deshalb färbst du nur sie ein. das sieht dann so aus:

Auf einer neuen Ebene hast du deine Auswahl mit der Farbe Weiß eingefärbt. Foto 2: Screenshot

5.) Klicke mit Rechts auf deine Auswahl (dafür muss das Schnellauswahl-Werkzeug noch ausgewählt sein) und beende die Auswahl („Auswahl aufheben“).

6.) Jetzt wollen wir den „mid ground“, also den Mittelgrund separat auswählen. Das wären bei diesem Beispiel der Sand und die Wellen. Gehe dafür wieder auf die Ebene mit dem Foto und wähle den neuen Bereich mit dem Schnellauswahl-Werkzeug aus.

7.) Füge wieder eine neue Ebene hinzu und fülle diese ebenfalls mit weißer Farbe. Du gehst also genauso vor, wie eben mit der Person, nur dass es jetzt um den Mittelgrund geht. Das sieht dann so aus:

Auf die selbe Weise färbst du den Mittelgrund auf einer neuen Ebene ein. Foto 3: Screenshot

8.) Hebe die Auswahl mit rechts wieder auf (denk daran, dass das Schnellauswahlwerkzeug dafür noch ausgewählt sein muss). Dann machst du das selbe mit dem Hintergrund, hier: der Himmel. Der einzige Unterschied: du färbst ihn auf einer neuen Ebene Schwarz ein. Das sieht dann so aus:

Färbe den Hintergrund auf einer eigenen Ebene Schwarz ein. Foto 4: Screenshot

9.) Hebe auch diese Auswahl wieder auf.

10.) Als nächstes musst du für die einzelnen Ebenen einen sogenannten Gradienten erstellen. Dadurch entsteht der eigentliche Effekt der Depth-Map. Colin erklärt dazu, dass wir Menschen Distanzen durch unterschiedliche Grau-Töne darstellen. Das bedeutet: Umso weiter etwas weg ist, umso dunkler muss es sein. Und umso näher es an uns dran ist, umso heller ist es.

Deaktiviere auf der rechten Seite bei den Ebenen alle Ebenen bis auf die des Mittelgrundes. Dafür klickst du vorne das Augensymbol an. Klicke auf die Ebene des Mittelgrundes. Nutze dann erneut das Schnell-Auswahlwerkzeug um sie zu markieren. Das Ganze sieht dann so aus:

Aktiviere nur die Mittelgrund-Ebene und markiere sie mit dem Schnellauswahl-Werkzeug. Foto 5: Screenshot

11.) Dann benötigst du das Verlaufswerkzeug. Das befindet sich dort, wo das Füllwerkzeug ist, das du die gesamte Zeit genutzt hast. Klicke also mit rechts auf das Füllwerkzeug, um das Verlaufswerkzeug nutzen zu können:

Ich habe hier schon auf das Verlaufswerkzeug geklickt. Es ist jetzt anstatt des Füllwerkzeugs in der linken Werkzeug-Leiste. Foto 6: Screenshot

12.) Bei dem Verlaufswerkzeug (1. im Bild) stellst du folgende Punkte ein:

  • Vorder- zu Hintergrundfarbe (2.)
  • Linear (3.)
  • Normal (4.)
  • 100 Prozent Deckkraft (5.)
Diese Einstellungen musst du beim Verlaufswerkzeug treffen. Foto 7: Screenshot

Ziehe dann das Verlaufswerkzeug mit gedrückter Maustaste von oben nach unten über deinen Mittelgrund, dass es etwa so aussieht wie bei Foto 8. Hebe die Auswahl dann wieder auf.

13.) Aktiviere dann die Ebene mit der Person darauf. Nutze dann das Pipetten-Werkzeug. Du willst die Farbe herausfinden, die sich auf dem Mittelgrund dort befindet, wo das untere Ende der Person ist. Klicke an diese Stelle:

Wähle hier die Farbe mit der Pipette aus. Foto 8: Screenshot

14.) Klicke dann auf die Ebene mit der Person. Markiere die Person mit dem Schnellauswahl-Werkzeug. Ziehe jetzt das Verlaufswerkzeug (es hat die neue Farbe wegen der Pipetten-Aktion) von unten nach oben über die Person (oben an ihrem Kopf muss es heller sein).

So sieht deine fertige Depth-Map dann aus. Foto 9: Screenshot

Hebe die Auswahl dann wieder auf uns aktiviere den Hintergrund. Dann sieht dein Bild aus wie auf Foto 9.

15.) Speichere jetzt dein Bild. Die Benennung ist abhängig vom Original-Bild. Mein Original heißt „strand“. Dann habe ich das Bild der Depth-Map unter „strand_depth“ gespeichert. Es ist wichtig, dass du „_depth“ schreibst und das Wort davor identisch mit deinem Originalbild ist.

16.) Logge dich nach dem Speichern bei Facebook ein. Klicke dort auf „Beitrag erstellen“ und füge die beiden Fotos („strand“ und „strand_depth“) hinzu. Da steht dann „Creating a 3D photo“. Es dauert einen Moment und schon ist dein 3D-Foto fertig.

Hier werden die beiden Bilder (Original und Depth Map) von Facebook zu dem 3D-Foto zusammengefügt. Foto 10: Screenshot

Je nachdem wie sauber du deine einzelnen Ebenen mit Farbe ausgefüllt hast, umso besser wird das Ergebnis.

Weitere Beispiele und Impulse

Wie oben bereits genannt, gibt es eine echt große 3D-Foto-Community auf Facebook. Davon stammen folgende Beispiele für dich.


Du hast noch Fragen zu 3D-Fotos für Facebook mit Photoshop, Feedback zum AdvenTOOLender oder ein bestimmtes Tool, das ich neben der Adventskalender-Aktion Schritt-für-Schritt erklären soll? Immer her damit! Entweder als Kommentar unter diesen Blog-Eintrag, per E-Mail (johanna.daher@gmx.de), via Kontaktformular oder über die sozialen Kanäle.

Quelle Beitragsbild: Screenshot/Collage/Johanna Daher

Ein Gedanke zu „Tag 15: Facebook 3D-Fotos: So erstellst du sie mit Photoshop & ohne spezielles Smartphone

  1. Was ist denn darunter zu verstehen: „Colin erklärt dazu, dass wir Menschen Distanzen durch unterschiedliche Grau-Töne darstellen.“? Wer ist Colin und warum erzählt er/sie/es so einen Käse? Menschen nehmen Tiefeneindrücke über den Winkel oder Parallax-Effekt wahr.

    Übrigens geht das auch prima mit Gimp 🙂

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